Warum der Supermond nicht so „super“ ist!

Veröffentlicht von Reiner Ugele am 07.02.2020

Abbildung eines Vollmondes mittels eines Stacking Verfahrens

Nachdem das Mondneujahr am 10.1.2020 die neue Mond Session 2020 eingeläutet hat, gibt es auch schon den ersten Supermond im Februar 2020. Aber was bedeutet eigentlich diese Superlative Wort „Super“ für die Mondfotografie?

Warum super?

Als Supermond wird der Mond bezeichnet, wenn er den erdnähsten Punkt in seiner Umlaufbahn erreicht hat. Also dann, wenn seine Bahn sehr nahe an der Erde vorbeizieht. Momentan beträgt der durchschnittliche Abstand von zwischen Mond und Erde ungefähr 384.400 km. Bei einem Supermond liegt dieser bei ca. 356.500 km. Je nach Konstellation kann dieser Wert natürlich auch schwanken. Aus diesem Grund dienen die hier genannten Werte nur zu einem besseren Verständnis.

Wenn man nun die Beiden Werte voneinander abzieht, so liegt der Unterschied zwischen einem Vollmond und einem Supermond bei ca. 28.000 km. Das klingt nach viel , ist aber Astronomisch gesehen doch eher ein zu vernachlässigender Wert.

Was bedeutet der geringe Abstand für die Fotografie?

Die entscheidende Frage die sich sicherlich jeder stellt: Sehe ich durch den Supermond viel mehr Details als sonst? Das kann ich klar mit einem deutlichen „Nein“ beantworten. Heutzutage würde man das Wort Supermond, welches seinen Ursprung im Jahr 1979 hatte, eher als eine Art Buzzword zu sehen.

Den Größenunterschied könnt ihr euch selber verdeutlichen, indem ihr eine 1 Euro Münze auf eine 2 Euro Münze legt. Die 1 Euro Münze wäre der normale Vollmond und die 2 Euro Münze entspricht dann ungefähr der Größe eines Supermond. Wirklich viel mehr Details erhaltet ihr daher nicht. Wer mehr haben möchte, der sollte zu einer länger Brennweite ab 600mm aufwärts greifen oder einen Telekonverter mit verwenden. Alternativ kann auch ein richtige Teleskop verwenden, welches einen Kamera Anschluss (über einen Adapter) verfügt.

Aufgehender Supermond welcher im Jahr 2016 aufgenommen wurde!

Beim fotografieren müsst nicht wirklich auf etwas besonderes beachten. Wenn ihr schon den Vollmond fotografiert habt, so könnt ihr den Supermond mit den selben Einstellungen und Ausrüstung fotografieren.

Tipps für Anfänger

Wer jetzt hier Tipps zum Thema Supervollmond erwartet, den kann ich auf meine Blogbeiträge zum Thema Mondfotografie verweisen. Dort erkläre ich alles, wie ich meine Mondaufnahmen erstelle und wie ihr mehr Details in eurer Aufnahmen erhalten könnt.

Was ich euch empfehlen kann ist dies, dass ihr den Mondaufgang fotografiert und die Phase danach. Denn dort ist der Mond nicht nur am schönsten, sondern er erscheint auch etwas größer. Ein paar allgemeine Tipps möchte ich euch trotzdem noch mitgeben, damit eurer Mondfotografie nichts im Wege steht.

Folgende Ausrüstung kann ich euch empfehlen:

  • Digital Kamera DSLR / DSLM / Bridge
  • Objektiv ab 200mm aufwärts – 600mm optimal
  • Kabelauslöser
  • Stativ
  • manuell fokussieren

Welche Einstellungen ihr für die verschiedenen Mondaufnahmen (aufgehender Mond oder Vollmond im Zenit) verwendet könnt ihr, wie schon erwähnt, in meinen Blogbeiträgen zum Thema Mondfotografie nachlesen.

Das Wetter als entscheidender Faktor

Es gibt noch einen wesentlichen Faktor, den ihr definitiv nicht beeinflussen könnt. Damit meine ich das Wetter. Dieses ist immer der unberechnetste Faktor, der oftmals eurer Fotografie im Wege steht. Bei mir war es schon öfters der Falls, dass das Wetter bei der Astrofotografie einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Sei es bei einem Blutmond, partielle Mondfinsternis, Merkur Transit oder auch die Milchstraße.

Diesen Faktor müsst ihr eher sportlich sehen. Denn schaut einmal, selbst eine seltene Mondfinsternis wird es irgendwann wieder einmal geben. Denkt auch immer daran, dass ihr den Vollmond immer alle 4 Wochen fotografieren könnt. Selbst wenn ihr auch einmal den Supermond verpasst haben solltet, ist dies nicht so schlimm. Denn diese Phase des Mondes (Supermond) ist nicht nur einmal im Jahr. Mit etwas Geduld erhaltet ihr auch dann sicherlich tolle Aufnahmen von dem Mond! Denkt immer daren: Eine gute Aufnahme ist immer mehr Wert als 10 oder gar 100 schlechte!

Zum Schluss möchte ich euch noch folgendes mit auf den Weg geben. Wenn ihr den Supermond verpasst haben solltet, so könnt ihr auch ohne Weiteres auch den normalen Vollmond fotografieren. Wie ihr nun wisst, gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Phasen. Den einen qualitativ großen Unterschied werdet ihr bei den Aufnahmen nicht wirklich bemerken.