Bildlook mit Photoshop Color Lookup erstellen

Veröffentlicht von Reiner Ugele am 07.09.2020

Color Lookup Tutorial wie man solche Farblooks mit Photoshop erstellt

In Photoshop gibt es die Möglichkeiten, dass ihr euren persönlichen Bildlook speichern und immer wieder auf verschiedene Bilder anwenden könnt. Dies kann unter anderem mit Aktionen verwirklichen werden, doch sind diese nicht immer einfach in ihrer Erstellung. Oftmals kommt es doch zu Fehlern, gerade dann wenn diese Aktionen erstellt werden. Eine einfachere Methode sind dabei die Photoshop Color Lookup Tabellen, mit denen Bildstile kreiert und gespeichert werden können.

Color Lookups sind nicht weiteres als Einstellungsebenen, die in einer Datei abgespeichert werden. Dabei ist es egal ob ihr nur eine oder mehrere dieser Ebenen verwendet. Wichtig ist nur, dass es auch Einstellungsebenen sind. Smartobjekte gehen nicht. Das bedeutet, dass Lookups (Bildstile) die mit Camera RAW erstellt wurden, nicht als Color Lookup Datei verwendet werden können. Es kommt dabei zu einem sehr merkwürdigen Ergebnis.

Photoshop Color Lookup erstellen

Solche Color Lookups zu erstellen, ist nicht schwer aber gibt es doch ein paar Dinge zu beachten. Wichtig ist, dass ihr eine reduzierte Hintergrundsebene besitzt. Das erkennt ihr daran, dass die unterste Ebene „Hintergrund“ heißt und auf der rechten Seite ein geschlossenes Vorhängeschloss zu sehen ist.

Einstellungsebenen mit reduzierter Hintergrundsebene unter Photoshop.
Einstellungsebenen mit reduzierter Hintergrundsebene unter Photoshop für die Erstellung von Color Lookup Dateien

Das ist der eigentliche Knackpunkt an der Sache. Falls ihr bei einem Compositing einen tollen Bildlook erstellt habt, aber keine Hintergrundebene besitzt, wird das etwas umständlich. Hier ein Workaround wie ihr das einfach lösen könnt. Ihr wählt alle Ebenen aus, bis zu dem zu dem Bildlook und fasst diese zu einer Ebene zusammen. Kopiert / platziert diese dann in eine neue Bilddatei und rastet diese als Hintergrund „Auf Hintergrund Ebene reduzieren“. Nun kopiert / verschiebt ihr die Bildlook Einstellungsebenen z.B. durch „Drag & Drop“ auf die neue Hintergrundebene. So habt ihr nun alles, um die eine Color Lookup Datei zu erstellen.

Der nächste Schritt ist auch schon der letzte. Ihr müsst nur noch die Einstellungsebenen in ein Color Lookup Format exportieren. Wählt bei Photoshop „Datei – Exportieren – Color-Lookup-Tabellen“ aus. Es erscheint jetzt ein Dialogfenster indem ihr dem Bildlook einen Namen geben könnt. Als nächstes gebt ihr noch eure Copyright Informationen an, wenn ihr das wollt. Den Haken bei Dateierweiterung in Kleinbuchstaben verwenden ist optional und nicht relevant.

Nun müsst ihr noch die Qualität einstellen. Stellt diesen am Besten auf Hoch, also 64 Rasterpunkte. Dies ist vollkommen ausreichend und bei höheren Werte führte bei mir zu negativen Effekten. Bei dem Wert Maximum erhielt ich eine Fehlermeldung und bei 128 Rasterpunkte verlangsamten sich die Initialisierung des Color Lookup deutlichst. Daher ist der Wert mit 64 Rasterpunkt (Hoch) die Einstellung was ich euch empfehlen kann. Falls ihr doch Probleme bekommen solltet, so versucht es mit einem niedrigeren Wert.

Datenformate bei Color Lookup Tabellen

Bei den Color Lookup Tabellen gibt es folgende vier unterschiedliche Formate:

  • 3DL
  • CUBE
  • CSP
  • ICC-Profil

Dabei kann jedes Format einzeln oder wahlweise ausgewählt werden um diese dann zu exportieren. In der Regel reichen die Formate 3DL, CUBE und CSP aus. Diese basieren auf dem RGB Farbraum, mit denen in wohl die Meisten unter euch in Photoshop arbeiten. Wer primär im LAB Farbraum arbeitet, der sollte die Color Lookups im ICC-Profil wählen. Wer sich unsicher welchen Farbraum er nun wählen sollte, der kann auch alle zum exportieren auswählen.

Speichert die Datei am Besten in einen Ordner, den ihr auch gleich wieder findet. So tut ihr euch später einfacher die Lookups wieder zu finden. Denn eure eigenen Looks werden nicht fest gespeichert und ihr müsst diese immer neu laden. Aus diesem Grund ist ein zentraler Ort, der auch leicht zu finden ist sehr empfehlenswert und beschleunigt euren Workflow.

Wenn nun ihr euer Color Lookup auf eure Aufnahme anwenden möchtet, so müsst ihr zuerst eine Color Lookup Einstellungsebene erstellen. Um jetzt euren Bildlook zu laden, klickt ihr auf 3DLUT-Datei oder auf die anderen zwei Auswahlbereiche. So öffnet sich am schnellsten das Dateifenster um die Datei auszuwählen und zu laden. Schon habt ihr euren eigenen Bildlook auf eure Bild angewendet.

Beispiel Herbstlook mit Color Lookup

Wenn ihr einen Herbstlook erstellen möchtet, so gibt es doch ein paar Dinge zu beachten. Wenn ihr Farben umfärbt, hat dies auch oft Auswirkungen auf die benachbarten Farben. Es können dadurch hässliche Säume oder Tonwertabrisse entstehen. Dann wirkt alles eher surreal und von einer anderen Dimension. Zudem besteht auch noch das Problem, dass nicht jeder Bildlook auf jedes Bild passt. Also heißt es dann wieder Einstellungsebenen benutzen und so lange herumprobieren bis es passt.

Daher ist so ein Color Lookup einfach eine solide Basis mit der gearbeitet werden kann. Ihr habt dann eine Grundfärbung und könnt mit ein oder zwei Einstellungsebenen das Bild nochmals optimieren. Oder ihr könnt so lange an euren Color Lookup arbeiten, bis dies wirklich auf jedes Bild passt. Aber dies ist ebenso sehr Zeitaufwendig und nicht jedes Bild kann 100 prozentig umgefärbt werden.

Der finale Look sollte daher eher mit Camera RAW vollzogen werden anstatt mit einem Color Lookup. Wenn ihr einen grünen Wald oder eine Landschaft umfärben wollt, müsst ihr immer darauf achten wie intensiv ihr umfärbt. Manchmal wirkt das ganze dann doch zu stark und daher unrealistisch. Auf alle Fälle solltet ihr die grünen und die gelben Töne umfärben. Denn diese sind die zentralen Farben von Blättern und Gras. Ein Tipp von mir, mit einer Farbbalance könnt ihr sehr gut den letzten Schliff bei der Farbeinstellung anlegen.

Um das Ganze jetzt noch zu beschleunigen, stelle ich euch meinen eigenen Herbst Farblook zum ausprobieren, zur Verfügung.

Natürlich muss es kein Herbstlook sein. Es kann jeder Bildstil sein den ihr selbst kreiert habt. Eurer eigenen Kreativität ist dabei keine Grenzen gesetzt. Mit den Color Lookup Tabellen lässt es sich deutlich schneller arbeiten und ihr könnt mehrere Bildstile ausprobieren oder kombinieren ohne zuerst dutzende von Einstellungsebenen zu erstellen.

Viel Spaß beim erstellen eurer eigenen Color Lookups.