Mondfotografie – Teil 2 Vollmond

Veröffentlicht von Reiner Ugele am 08.12.2018

Vollmond Stacking Aufnahme Astrofotografie

In diesem Teil geht es nun darum wie ihr den Vollmond fotografieren könnt. Nachdem ich euch im ersten Teil die Grundlagen für die Mondfotografie näher gebracht habe, möchte ich hier in diesem, auf die Einstellungen eingehen. 

Bekanntlich gibt es unterschiedliche Mondphasen. Der Neumond, zunehmender / abnehmender Mond, Halbmond, Vollmond, aufgehender Mond oder Blutmond (Mondfinsternis). 

Bei all den unterschiedlichen Phasen des Mondes, gibt es ein paar Dinge, die ihr beim fotografieren beachten müsst. Denn jede Phase benötigt ihre eigene Einstellung. Wie schon oben geschrieben, möchte ich in diesem Teil den Vollmond behandeln. 

Um euch die jeweiligen Einstellungen zu erklären, zeige ich euch dies  (auch später in den anderen Kapiteln) Anhand meiner eigenen Aufnahmen. Damit kann ich euch wohl am Besten vermitteln, welche Einstellungen ihr zu welcher Mondphase am Besten vornehmen könnt. 

Ihr sollte euch auch bewusst sein, dass die hier genannten Einstellungen  nur eine Art Referenz sind. Eine eins zu eins Übernahme meiner Werte wird euch nur bedingt helfen. Gerade bei der Belichtung kann dies immer durch verschiedene Faktoren (Licht, Jahreszeit, Wetter) variieren. 

Die Einstellungen bei Vollmond

Der Vollmond ist eigentlich das klassische und auch für Anfänger das geeignetste Motiv. Der Mond strahlt hell, ihr könnt gut fokussieren und die Belichtungszeiten sind zudem recht kurz. Ihr könnt dadurch ohne Probleme auf eine Blende von 8-11 stellen. 

Je höher der Mond im Zenit steht, also seinen Höhepunkt seiner Bahn erreicht hat, desto heller strahlt er. Wenn ihr jetzt einen Automatik Modus wählt, wie den Belichtung- oder Blendenautomatik, kann diese sehr schnell zu einem überstrahlten Bild führen.

Daher empfehle ich, in den manuellen Modus zu wechseln Mit diesem könnt ihr am Besten eure Aufnahme steuern und so den Mond belichten. So verhindert ihr, dass helle Stellen auf der Mondoberfläche überbelichten.

Bei der Belichtungseinstellung empfehle ich euch, dass ihr die Aufnahme lieber etwas unterbelichtet. Das heißt, dass ihr vom Mittelpunkt der Skala aus, welcher die optimale Belichtung anzeigt, maximal eine LW (EV) Einheit nach links stellt.

Die Belichtungseinstellung  steuert ihr am Besten über die Belichtungszeit und nicht über die Blende. Die Blende wie auch der ISO Wert sollten konstant bleiben.  

Wenn ich schon den ISO Werst anspreche. Für die, die es nicht wissen oder eine Auffrischung brauche, der ISO Wert steht die digitale Signalverstärkung. Je niedriger der Wert ist, desto weniger wird das Signal vom Prozessor der Kamera verstärkt. Je höher der Wert ist, desto mehr wird der Belichtungswert künstlich verstärkt aber desto stärker fängt das Bild zu rauschen an. 

Bei einem Vollmond empfehle ich immer einen Wert von ISO 100-200. Je Niedriger der Wert ist, desto weniger leidet die Bildqualität darunter. Daher würde ich bei einem Vollmond (im Zenit) nie höher als ISO 200 gehen. 

Vollmond Stacking Aufnahme Sigma 150-600mm C Objektiv

Vollmond Aufnahme

Canon 70D 

Sigma 150 – 600mm C  bei 600mm (Crop Bild)

Blende: f/8 – Belichtung 1/1250s – ISO 400

Stacking Aufnahme mit 8 Einzelaufnahmen

RAW Aufnahme in JPG gespeichert

Nutzt beim Einstellen eurer Aufnahme am Besten den LiveView eures Kamera Displays. Mit diesem könnt ihr am Besten vorab beurteilen, wie die Aufnahme werden kann. Oder ihr könnt auch das Live Bild auf euer Smartphone oder Tablett übertragen. Dort habt ihr einen größern Bildschirm und könnt dies dann besser einstellen. In der Regle reicht aber euer 

Wenn ihr aufnehmt dann tut dies bitte in einem RAW Format. Gerade in der Nachbearbeitung, kann dieses Format noch viel retten und auch Detail hervorbringen. Das JPG Format fasst viel zu viele Informationen zusammen und löscht diese dann unweigerlich durch die Komprimierung. Zudem könnt ihr nicht nur den Weißabgleich nachträglich verändern, sondern auch noch die Tiefen und Lichter regulieren wie auch die Belichtung an sich noch etwas korrigieren. 

Mehr Details bei der Mondfotografie

Die beiden Aufnahmen, die ihr hier in diesem Kapitel gesehen habt, sind sogenannte Stacking Aufnahmen. Dabei werden Einzelbilder  miteinander verrechnet. Diese Technik besitzt den Vorteil, dass zu einem das Rauschen minimiert wird und mehr Details in Aufnahme hervorkommt. 

Diese Technik ist etwas aufwendiger und würde den Rahmen diese Kapitels einfach sprengen. Daher werde ich dies in einem separaten Kapitel behandeln. Dann werde ich euch auch verraten, warum ich bei der einen Aufnahme einen ISO Wert von 400 gewählt habe. 

Im nächsten Kapitel geht es nun um den aufgehenden Vollmond. Eines der schönsten und faszinierendsten  Naturereignisse, die jeder einmal miterleben und fotografieren sollte.