Fotografieren im Herbst 2018

Veröffentlicht von Reiner Ugele am 25.11.2018

Rotenberg Nebel

Der Herbst die Jahreszeit auf die ich mich jedes Jahr auf neue freue. Denn dann heißt es raus in die Natur und fotografieren! Der Grund sollte eigentlich jedem selber bewusst sein, denn es gibt zu keiner anderen Jahreszeit so viele tolle unterschiedliche Motive zu fotografieren, wie in dieser.

Denn wann sonst, als im Herbst, gibt es soviel Nebel? Auch Pilze wachsen hauptsächlich nur in dieser Jahreszeit. Dazu kommen noch all die verfärbten Blätter der Bäume, die Tiere die ihr Winterfell bekommen oder das weiche, warme Licht bei einem Sonnenuntergang. Dies sind nur ein paar Beispiele für die unterschiedlichen Motive die im Herbst fotografiert werden können.

Der Herbst 2018 

Dieses Jahr ist der Herbst schon wieder anders. Vor gut zwei Jahren war es schon einmal eine ähnlich Situation. Dieses Jahr ist es noch extremer. Die extreme Trockenheit hat nicht nur den Bäumen geschadet, sondern auch dem Myzel, also den Pilzen. 

Diese Jahr gab es so gut wie keine Pilze zu finden. Mitte September waren Erdsterne, was für diese Stelle recht früh war, das größte „Highlight“ was ich in dieser Pilz-Session finden konnte. 

Erdsterne Makro Stacking Aufnahme
Erdsterne Makro Stacking Aufnahme

Selbst nach dem Regen, Ende Oktober Anfang November, hat nicht wirklich zu einer Entspannung der Lage geführt. So fiel meine obligatorische Pilz  Makro Fotografie, diesen Herbst, sehr sehr mager aus. 

Das Resultat aus der Wasserknappheit

Durch den fehlenden Regen kam es auch dazu, das viele Bäume ihre Blätter schon frühzeitig abgeworfen haben. Dies war aber von Region zu Region unterschiedlich. Teilweise waren schon die Kastanien Bäume kahl, da hatten andere Bäume immer noch grüne Blätter. 

Dazu sollte noch angemerkt werden, dass nicht jedes Jahr gleich abläuft. Je nach Wetterlage kann dies einmal schneller gehen oder auch langsamer. Die Trockenheit ist nur ein Faktor von vielen. 

Aber viel schlimmer war die Situation bei Bächen und Flüssen. Wie in jedem Jahr, gibt es bei mir im Herbst Langzeit-Belichtungsaufnahmen von Wasserfällen. Doch wo kein Wasser ist, bzw. kaum, so bringen solche Aufnahmen auch nichts. 

Der Uracher Wasserfall ist dabei ein gutes Beispiel dafür. Denn dieser war Mitte November nur ein kleines Rinnsal, welcher vor sich her plätscherte . Eigentlich sollte dieser, in dieser Zeit etwas kräftiger hinab ins Tal stürzen. 

Fotografieren im Herbst wird sich ändern

Gewohntes ändert jeder ungern. Regelmäßigkeit ist eine lieb gewonnene Sache, die jeder Fotograf gerne vorfinden würde. Jedes Jahr, zum selben Zeitpunkt, findet ihr die selbe Situation vor. Ja, das wäre wirklich sehr ideal und perfekt zum planen. 

Doch ist es dies bei der Naturfotografie nie der Fall. Schön wäre es, aber auch irgendwie wieder langweilig. Doch durch den sich deutlich bemerkbaren Klimawandel, werden Extremwetter immer häufiger. 

Die Zeiten sind vorbei, als man noch sagen konnte: Anfang Oktober gibt es zum Beispiel Pilze und Nebel, Anfang November ist es sehr gut für Langzeitbelichtungen mit Wasser. 

Es war früher schon immer ein Glücksspiel, wenn in der Natur fotografiert wurde. Es wird aber defintiv nicht besser werden.  So müsst ihr von Jahr zu Jahr immer spontaner werden. Außer ihr habt soviel Zeit und Geduld, dass ihr vor Ort so lange warten könnt bis ihr den richtigen Momenten gefunden habt (Achtung Sarkasmus!). 

Den Herbst gibt es weiterhin

Auch wenn das jetzt alles sehr düster klingen mag und nicht wirklich Freude auf die Zukunft macht, gibt es trotzdem noch den Herbst. Ebenso die tollen Momente. Nur sollte sich jeder Naturfotograf auf die veränderte Lage sich bewusst einstellen. 

Zweidrittel dieser Jahreszeit sind, seit ich diesen Blog Eintrag geschrieben habe, nun herum. Trotz allen Widrigkeiten konnte ich doch ein paar schöne Momente im Herbst 2018, fotografisch, festhalten.